Tierschutz im Saarland
                                  

Pressemitteilungen

Nr. 3/2017

Presseinformation, Wiesbaden 15.09.2017 - Landestierschutzbeauftragte Hessen 

Landestierschutzbeauftragte: Forderung zur Bundestagswahl
Die Landestierschutzbeauftragte (LBT) fordert sämtliche, sich zur Bundestagswahl stellende Parteien auf, das Thema ‘Tierschutz‘ langfristig auf ihre Agenda zu setzen:
„In der landwirtschaftlichen Tierhaltung braucht es weitere Veränderungen und einen Blick über den Tellerrand! Bei Schweine- und Geflügelfleisch ist Deutschland längst vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur geworden – auf Kosten der Tiere und unter Vernachlässigung geltenden Rechtes. Unsere Billigexportprodukte zerstören dabei immer wieder in Entwicklungsländern regionale Märkte und Wirtschaftskreisläufe. Diese sind, wie auch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft DLG in ihrem 10 Thesen-Papier erkennt, oftmals sehr sensibel und zerbrechlich. Zerstörte regionale Märkte aber führen zu Arbeitslosigkeit und tragen auch dazu bei, dass Menschen aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen. Wer also diese Thematik lösen will, muss auch die deutsche Landwirtschaft und ihre Zielrichtung auf Export verändern. Deshalb: Kein Export tierischer Produkte um jeden Preis!“
Die LBT erwartet deshalb von allen Parteien konkrete Schritte auf dem Weg zu einer gesellschaftlich akzeptierten, menschen- und tiergerechten Nutztierhaltung. „Es gilt, das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik von März 2015 umzusetzen – versehen mit einer klaren Zeitschiene, konkretem Finanzierungsplan und der Nennung eines Endpunktes, an dem die Umstellung abgeschlossen sein wird.“

Hintergrund:
Der zur Beratung des Bundeslandwirtschaftsministers bestellte Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik hat im März 2015 ein Gutachten zu diesem Thema veröffentlicht. Darin werden u. a. mehr Platz für Nutztiere in den Ställen, artgerechtes Beschäftigungsmaterial, räumliche Trennung der Funktionsbereiche (insbesondere Trennung von Liege- und Kotbereich), Einrichtungen zur Körperpflege und Zugang zu einem Auslauf ins Freie gefordert. Die Mehrkosten hierfür werden auf 3 bis 5 Mrd. Euro jährlich veranschlagt, was angesichts von 18 Mrd. Euro Steuerplus allein in 2017 offensichtlich finanzierbar erscheint. Bei einfacher Überwälzung dieser Mehrkosten auf die Verbraucherpreise würden sich diese um etwa 3 bis 6 % erhöhen. Das entspricht größenordnungsmäßig der bekundeten Zahlungsbereitschaft eines erheblichen Teils der Bevölkerung, der sich eine artgerechte Tierhaltung wünscht.
Das Gutachten findet man als Download unter: http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ministerium/Beiraete/Agrarpolitik/GutachtenNutztierhaltung-Kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile
Auch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft hat sich mit dem Thema Landwirtschaft in der Zukunft beschäftigt.
Die 10 Thesen der DLG findet man als Download unter:
http://www.dlg.org/landwirtschaft2030.html

 

 

Nr. 2/2017 

Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung
Pressemitteilung 58/2017 vom 15.07.2017

Tierschutzbeauftragte der Bundesländer fordern vor der Bundes-tagswahl von Politikern klare Positionen zum Tierschutz - Kritik nicht nur an der Schweinehaltung

Auf einem Treffen der deutschen Landestierschutzbeauftragten wurde die Berliner Lan-desbeauftragte Diana Plange zur Sprecherin gewählt. Ihr stellvertretender Sprecher ist der Landestierschutzbeauftragte des Saarlandes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik. Landestierschutzbeauftragte gibt es bisher in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Saarland, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Landesbeauftragten für Tierschutz auf einen Forderungskatalog zur deutlichen Verbesserung der Tierhaltung verständigt. Ins-besondere auch für die Haltung von Schweinen in sog. Kastenständen und den Verstoß einzelner Vorschriften aus der Tierschutznutztierhaltungs-Verordnung (TierSchNutzV) gegen das gesetzliche Gebot zu art- und bedürfnisangemessener, verhaltensgerechter Unterbringung fordern die Landestierschutzbeauftragten eine höchstrichterliche Überprü-fung.
Ihre Forderungen an den Bundeslandwirtschaftsminister und die für Landwirtschaft zu-ständigen und Ministerinnen und Minister der Bundesländer sowie weitere Themen fin-den Sie auf der Seite der Berliner Landesbeauftragten für Tierschutz. http://www.berlin.de/lb/tierschutz/presse/publikationen-und-veroeffentlichungen/artikel.631544.php
Bei Rückfragen: Sebastian Brux, Pressesprecher, 9013 3633

 

 Nr. 1/2017

Von Hans- Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes

vom 05.01.2017

 Positives Resümee für den Tierschutz im Saarland 2016

„Finanzkräftige Unterstützung“ für den Tierschutz durch die Landesregierung

 Mit dem heutigen Datum übergab der saarländische Umweltminister Reinhold Jost 500.000 € für die Errichtung einer landesweiten Exoten-Auffangstation und einer dringend notwendigen Quarantänestation an den Neunkircher Zoo.

Nachdem bereits kurz vor Weihnachten von Herrn Umweltminister Jost ein Check-in der Höhe von 150.000 € für die Neugestaltung der Wildvogelauffangstation in Püttlingen überreicht wurde und ebenfalls kurz vor Weihnachten für dringend notwendige Neubaumaßnahmen am Homburger Tierheim nochmals eine Summe in Höhe von 300.000 € von der Landesregierung zur Verfügung gestellt wurden, kann der Tierschutz ziemlich zufrieden auf das Jahr 2016 zurückblicken.

Herr Jost ist der erste Umweltminister des Saarlandes, der sich konsequent für einen landesweiten Tierschutz einsetzt und nicht nur redet, sondern vor allen Dingen auch dringend notwendige Mittel bewilligt, damit im Land etwas passiert, freut sich der Landestierschutzbeauftragte des Saarlandes, der Tierarzt Dr. Hans-Friedrich Willimzik, der noch gut drei Monate, bis zur Wahl des neuen Landtages im Amt ist.

 Mit der landesweiten Auffangstation für exotische Tiere wird ein ursprünglicher Wunsch des Landestierschutzbeauftragten in die Tat umgesetzt. Gerade bei den exotischen Heimtieren ist die Dunkelziffer für widerrechtlich ausgesetzte oder „entsorgte“ Tiere besonders hoch. Nach Fertigstellung der Auffangstation wird es besonders für den amtstierärztlichen Dienst, aber auch für die Polizei, die Feuerwehr, die Rettungskräfte und für jeden engagierten Mitbürger wesentlich einfacher werden, entlaufene, eingezogene oder beschlagnahmte Tiere artgerecht unterzubringen und zu versorgen. Damit ist der Tierschutz wieder ein gutes Stück in der Praxis vorangekommen.

Gleichzeitig wurde ein Kooperationsvertrag zwischen dem Neunkircher Zoo und der Landesregierung unterschrieben, welcher den Betrieb und die Finanzierung dieser Einrichtung auf Dauer sicherstellen soll.

Mit der Wildtier-Auffangstation in Eppelborn, der Nutztier-Auffangstation in Freisen, der Wildvogelauffangstation in Püttlingen und zukünftig der Exoten-Auffangstation in Neunkirchen verfügt das Saarland bundesweit einmalig über vier landesweite Tierschutzeinrichtungen, die den in Not geratenen Tieren praktisch helfen, sie pflegen, betreuen um nach geleisteter Hilfe sie letztendlich wieder „wohlbehalten in ihren eigentlichen Lebensraum zu entlassen“. An dieser Stelle sei auch noch einmal allen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern in diesen Einrichtungen ganz herzlich gedankt, die jeden Tag praktischen Tierschutz leisten und so ihren wesentlichen Beitrag zum Erfolg dieser Einrichtungen beitragen.

Bleibt nur zu hoffen, dass in 2017 und darüber hinaus auf den vielen Feldern des Tierschutzes, vor allen Dingen auch auf Bundesebene, wir ähnliche Erfolge zeigen können. Den Tierschutz in der Praxis voranbringen, wie es die vier aufgezeigten Beispiele vorbildlich veranschaulichen, wird auch die Aufgabe der neuen Regierung im Frühjahr im Saarland und im Herbst auf Bundesebene sein.       

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Nr. 2/2016                                                                      

Verleihung der "Saarländischen Ehrenamtsnadel" an Frau Helga Ehretsmann, Vorsitzende des Vereins Stadttauben Saarbrücken e.V.

Über eine besondere Auszeichnung konnte sich Frau Helga Ehretsmann, Vorsitzende des Vereins Stadttauben Saarbrücken e.V., am Montag ( 19.09.16 ) freuen. Im Rahmen einer Feierstunde in der Staatskanzlei zeichnete der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Jürgen Lennartz, neben 11 anderen verdienten Bürgerinnen und Bürger, Frau Ehretsmann mit der "Saarländischen Ehrenamtsnadel" aus. Lennartz würdigte in seiner Laudatio die langjährige kompetente Arbeit von Helga Ehretsmann in Sachen Stadttaubenthematik. "Ich nehme diese Auszeichnung auch stellvertretend für meine tollen Mitstreiter gerne entgegen" so Ehretsmann bescheiden.
Frau Helga Ehretsmann betreut mit ihrem Team seit vielen Jahren gemeinsam mit dem Amt für Klima und Umweltschutz das Stadttaubenprojekt in der Landeshauptstadt und ist tagtäglich für die gefiederten Stadtbewohner unterwegs. In 2 betreuten Taubenhäusern werden die dort gelegten Taubeneier durch Gipseier ausgetauscht und somit die Stadttaubenpopulation tierschutzkonform und zeitgemäß reguliert. Das Projekt läuft bereits erfolgreich im zwölften Jahr und der Verein betreibt intensive Öffentlichkeitsarbeit für ein positives Image der Stadttauben.
Die Saarländische Ehrenamtsnadel ist eine besondere Auszeichnung für Bürgerinnen und Bürger, die sich über viele Jahre über das normale Maß hinaus für das öffentliche Gemeinwesen eingesetzt haben.
Mehr Infos zum Thema Stadttauben unter: stadttauben-saarbruecken.jimdo.com und facebook stadttauben saarbruecken

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Nr. 1/2016                                14. März 2016 

Bundesweites Treffen der Landestierschutzbeauftragten und Vertrauensleute für Tierschutz in Kassel

 „Unabhängige Stimmen“ für den Tierschutz machen Schule

 „Wir verstehen uns als unabhängige Stimmen für den Tierschutz und als Ansprechpartner für alle am Tierschutz interessierten Menschen“, fasste die langjährige Landesbeauftragte für Tierschutz von Hessen, Frau Dr. Martin, anlässlich des Treffens der Landestierschutzbeauftragten und Tierschutzvertrauensleute am 08.03. in Kassel zusammen. Vertreten waren die Länder Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Saarland, Sachsen-Anhalt, und Schleswig-Holstein. Auch die Beauftragte für den Landestierschutz von Baden-Württemberg, Frau Dr. Jäger, freute sich bei dieser Gelegenheit darüber, dass das Modell der unabhängigen Tierschutzbeauftragten offenbar Schule mache. „Inzwischen gibt es in sechs Bundesländern Landesbeauftragte für Tierschutz oder Vertrauensleute für dieses Thema – und ab Mai folgt mit Niedersachsen ein weiteres großes Land.“

 Neben der Vernetzung und dem Austausch der aktuellen Arbeitsschwerpunkte diente das Treffen in Kassel auch der Abstimmung, welche Projekte verstärkt gemeinsam bearbeitet werden sollen. So vereinbarten die Landestierschutzbeauftragten bzw. Vertrauensleute vorrangig, dass sie sich gemeinsam für die Bundesratsinitiative des Saarlandes für "eine flächendeckende bundesweite Kennzeichnung und Registrierung für Hunde und Katzen" einsetzen wollen. Der Landestierschutzbeauftragte des Saarlandes, Herr Dr. Willimzik, hatte das Projekt vorgestellt. In der Identifizierung und Rückverfolgbarkeit der Tiere wird ein Schlüssel für diverse Tierschutz- und Tiergesundheitsprobleme – vom illegalen Welpenhandel bis zur Fundtierproblematik – gesehen. Die finanzielle Entlastung der Tierheime, von der Regierung in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen, würde bundesweit zwischen 20 und 30 Millionen € jährlich liegen.

Außerdem wollen sich die Landestierschutzbeauftragten dafür einsetzen, dass überall Plätze und Betriebe zur Verfügung stehen, die bei Tiertransport-Zwischenfällen und Bestandsauflösungen von landwirtschaftlich genutzten Tieren in die behördlichen Maßnahmen einbezogen werden können. Auch hier ist bereits das Saarland mit seiner im Jahr 2015 gegründeten Nutztierauffangstation einen Schritt voraus.

Alle Landestierschutzbeauftragten bzw. Vertrauensleute für Tierschutz würden es begrüßen, wenn künftig in allen Ländern unabhängige fachkompetente Personen für Tierschutzfragen zur Verfügung stünden und auf Bundesebene ein Bundesbeauftragter für Tierschutz das Netzwerk vervollständigen würde. Letzterer würde für die Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen zuständig sein, damit nicht in jedem Bundesland im Bereich Tierschutz "das Rad neu erfunden werden muss"