Gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen

Die "gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen" ist das zentrale Thema beim Tierschutz von Hund und Katze. Seit vielen Jahren wird deshalb diese bundeseinheitliche Kennzeichnung bereits von  Institutionen und Verbänden wie Tasso oder dem Deutschen Tierschutzbund e.V. gefordert. Die Vorteile dieser Maßnahme liegen klar auf der Hand.
Auf Initiative des Landestierschutzbeauftragten hat der saarländische Landtag im Sommer 2014 den einstimmigen Beschluss gefasst, die Landesregierung zu beauftragen, eine Bundesratsinitiative einzuleiten um eine bundeseinheitliche Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen zu beschließen.
Im Rahmen dieser Maßnahme hat am 15.04.2015 eine bundesweites Symposium von Fachleuten stattgefunden. Als Ergebnis dieses Symposiums ist festzuhalten: Es ist die einstimmige Meinung der Fachleute, dass eine gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung für alle Beteiligten, insbesondere für die Tiere, die Tierschutzvereine, die Tierheime, die Städte und Gemeinden, den Ländern und auch den Tierhaltern ausschließlich Vorteile bringen wird.  

Vorteile einer allgemeinen Kennzeichnung und Registrierung

1. Im Sinne eines praktizierten Tierschutzes wird den Tieren durch eine Kennzeichnung sehr viel Leid erspart.

2. Verlorene Tiere werden schneller ihrem Besitzer zurückgegeben.

3. Tierbesitzer erhalten eine größere Sicherheit bezüglich der Rückgabe ihres verlorenen Tieres.

4. Tiere die abzugeben sind, werden fürsorglicher vermittelt.

5. Tiere werden viel seltener ausgesetzt, da das Eigentumsrecht gekennzeichneter Tiere zurückverfolgt werden kann.

6. Der Tierschutz wird gefördert durch kurze Verweilzeiten von Fundtieren.

7. Entstehende Kosten für Fundtiere werden durch die Behörden und die Tierheime dem verursachenden Besitzer in Rechnung gestellt.

8. Tierheime werden bezüglich der aufzunehmenden und zu betreuenden Kapazität entlastet.

9. Tierschutzvereine und Tierheime werden kostenmäßig entlastet.

10.Ortspolizeibehörden und Ordnungsämter werden personell und finanziell erheblich entlastet.

11.Die Kosten für die Unterhaltung von Tierheimen werden bei den Landkreisen, Städten und Gemeinden sinken.

12.Bessere Erfassung von Haustieren durch die Ordnungsbehörden.

13.Bessere Erfassung und Überwachung züchterischer Aktivitäten im Bereich bestimmter Haustierarten.

14.Bessere Kontrolle und Nachverfolgung von Haustieren, die durch Tierheime oder Züchter abgegeben werden.

 

Deshalb war es als LTschB SL mein vorrangigstes Ziel, dieses Projekt voranzutreiben. Diverse Gespräche mit Vertretern des Landtages und der Regierung des Saarlandes habe ich in den ersten Wochen nach meiner Amtsanttritt geführt.

Dankenswerterweise hat auch der saarländische Landtag die Wichtigkeit dieses Themas erkannt und deshalb sehr schnell und konsequent den einstimmigen Entschluss gefasst, eine Bundesratsinitiative zu diesem Thema auf den Weg zu bringen.

Hierfür sei ihm noch einmal ganz herzlich im Namen des Tierschutzes gedankt.

Diverse Gespräche mit den verschiedensten Verbänden und Institutionen auf der Landes- und Bundesebene schlossen sich für mich an. Erstaunlich war dabei, dass die allermeisten Gesprächspartner die Wichtigkeit und die Notwendigkeit dieses Themas erkannten und auch ihre Unterstützung zusagten.

Zwischenzeitlich stellte sich in verschiedenen Umfragen bei den übrigen Bundesländern heraus, dass noch nicht alle von der Wichtigkeit und Notwendigkeit dieser Maßnahme überzeugt sind. Entsprechende Anschreiben des LTschB SL an fast alle zuständigen Ministerien der Länder bewirkten dann eine deutlich positivere Einstellung. Dennoch war es das gemeinsame Ziel, in Absprache mit dem Umweltminister des Saarlandes Herrn Reinhold Jost und dem LTschB SL, eine noch bessere Öffentlichkeit für dieses Projekt zu schaffen, um den Erfolg der Bundesratsinitiative zu sichern.

Deshalb wurde eine gemeinsame Tagung des Umweltministeriums, des LTschB SL und der Tierschutzstiftung Saar am 15. April 2015 in Saarbrücken durchgeführt. Die Tagung war mit hochkarätigen Referenten besetzt, die das Thema von allen Seiten ausgiebig beleuchteten. Es wurde ergebnisoffen diskutiert. Es wurde sehr schnell klar, dass es keine Alternative zu einer bundeseinheitlichen Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen gibt.

Geplant sind für die Zukunft weitere Maßnahmen und Veranstaltungen, zusammen mit anderen Bundesländern, um die Aktualität des Themas zu intensivieren, die Bevölkerung weiterhin aufzuklären und die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Bundesratsinitiative den entsprechenden Erfolg hat.

 

Es werden mehrere Jahrtausende von Liebe nötig sein, um den Tieren ihr durch uns zugefügtes Leid heimzuzahlen.
Arthur Schopenhauer