Haltungsverbot wild lebender Tiere im Zirkus

Der Umweltminister des Saarlandes, Reinhold Jost, plädiert für ein Haltungsverbot wild lebender Tiere im Zirkus,

"Elefanten und Bären gehören nicht in die Manege"

Das Bundesland Hessen hat eine entsprechende Bundesratsinitiative eingeleitet, der sich jetzt der saarländische Umweltminister Reinhold Jost angeschlossen hat. Er plädiert für ein Haltungsverbot von Wildtieren im Zirkus.

In der Bunderatsinitiative wird die Bundesregierung aufgefordert, eine Rechtsverordnung vorzulegen, die das Halten von wild lebenden Tierarten in Zirkusbetrieben untersagt. Das Verbot soll vor allem für Affen, Bären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde gelten. Für bereits gehaltene Tiere soll für deren Lebensdauer eine Übergangsfrist vorgesehen werden.

"Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung gerade von Tieren in einem reisenden Zirkusunternehmen praktisch nicht möglich ist. Unsere Tierschutzregelungen greifen hier nicht ausreichend. Elefanten und Bären gehören deshalb nicht in die Manege und die engen Transportkäfige", begründet Umweltminister Jost den Vorstoß im Bundesrat. Auch die häufigen Transporte, Dressuren und ungewohnte klimatische Bedingungen fügten den Tieren Leiden und Schäden zu.

Diese Forderung geht dem Landesbeauftragten für Tierschutz des Saarlandes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik, nicht weit genug. Auch alle anderen Wildtiere wie Seelöwen, Strauße oder Nandus haben in einem heutigen Zirkus nichts zu suchen. Der Landestierschutzbeauftragte geht sogar noch einen Schritt weiter: auch Tiere wie Rinder, Kamele, Alpakas und Lamas haben in einem Zirkus heutzutage nichts mehr zu suchen. Moderne Zirkusunternehmen bleiben heutzutage für Vorstellungen nur noch drei Tage an einem Ort. Anschließend sind sie mindestens wieder die gleiche Zeit "auf Achse", um zum nächsten Ausstellungsort zu gelangen. Das mag schon für die Mitarbeiter des Zirkus eine erhebliche Belastung darstellen, für jedes Zirkustier ist diese Art von Leben von unvorstellbarem Leiden und psychischen Schäden verbunden.

Deshalb die Forderung des Landestierschutzbeauftragten:

"Wir brauchen sofort ein generelles Tierhaltungsverbot für den Zirkus! Die Zeiten sind vorbei, in denen Löwen und Tiger, Elefanten oder sonstige Tiere zur Befriedigung unserer Sensationslust herhalten müssen! Es gibt genügend positive Beispiele, dass ein moderner Zirkus mit Artistik und sonstigen menschlichen Vorführungen das Publikum in seinen Bann ziehen kann."