Zirkustiere

Das Thema Zirkustiere ist im Saarland sicherlich nicht von einer besonderen Priorität.In anderen Bundesländern hat dieses Thema eine deutlich größere Wichtigkeit. Dennoch gastieren immer wieder kleinere und größere Zirkusunternehmen im Saarland. Von daher ist zum einen die Frage zu stellen, wie positioniert sich das Saarland zum Thema Wildtiere im Zirkus, zum anderen zum weiterführenden Thema der generellen Haltung von Tieren im Zirkus.

 

Im August 2014 habe ich einen im Saarland gastierenden Zirkus aufgesucht und mir den "Tagesablauf" unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes angeschaut.

Der Zirkus, wie er heute häufig gezeigt wird, ist ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Zu Zeiten, als es noch kein Internet, kein Fernsehen, keine Fotografie und noch fast keine Zeitungen gab, hatte der Zirkus die gesellschaftliche Aufgabe, fremde Tiere zu präsentieren und Sensationen in die Orte zu bringen, in denen sonst die Eintönigkeit das Alltagsgeschäft war. Damals war aber auch der Kampf für das tägliche Überleben wichtiger als der Kampf für Tierschutz. Diese Zeiten sind Vergangenheit. Sensationen umrunden per Internet in Sekundenbruchteilen die Welt, Tiere aus aller Herren Länder werden uns täglich von Dokumentarfilmern im Fernsehen präsentiert. Bei diesem Vergleichen mit modernster Technik kann heute ein Zirkus schon lange nicht mehr mithalten.

Heute ist beim Thema "Tiere im Zirkus" erstens zu berücksichtigen, dass sich die Unternehmen nicht länger als eine Woche an einem Platz aufhalten (können). Die Phasen von Abbau, Transport und Aufbau nehmen einen sehr großen Zeitraum über die Sommermonate ein. Sie bedeuten für die Tiere generell ein erhebliches Maß an Stress. Die Tatsache, dass Tiere sich auch an so etwas gewöhnen können, heißt nicht, dass es für sie angenehm ist, heißt auch nicht, dass es tierartgerecht ist. Die Unterbringung der Tiere in den manegefreien Zeiten entspricht sicherlich den gegebenen gesetzlichen Vorschriften, hat aber mit einer tierartgerechten Haltung überhaupt nichts zu tun.

Wenn wir schon in Zoos die Unterbringungsflächen als häufig viel zu klein erachten, dann macht der Vergleich die tierquälerische Situation im Zirkus mehr als deutlich. Dabei muss man anerkennen, dass die Unterbringung der Tiere schon jetzt für das Unternehmen einen erheblichen finanziellen, logistischen und personellen Aufwand bedeutet. Zukünftig erscheint es mir nicht notwendig, dass das Saarland einen eigenen Weg geht, vielmehr sollte es sich je nach den Ergebnissen und den Entwicklungen in anderen Bundesländern diesen anschließen.

 

Niemand von uns Menschen hat das Recht, zu einem Tier zu sagen: Entweder du machst, was ich sage oder ich werde dir wehtun!
Monty Roberts